Finster im Wald

Finster im Wald erzählt die Geschichte von Hänsel und Gretel: Von seiner Frau angestachelt, bringt der arme Holzfäller seine beiden Kinder in den tiefen dunklen Wald, um sie dort den Wölfen oder dem Hunger zu überlassen. Sie verirren sich wie vorgesehen darin und treffen auf ein hübsches Hexenhaus, doch das vermeintliche Glück stellt sich alsbald als Pech heraus, und die böse Hexe plant mit den Kindern weitaus Schlimmeres als die Frau des Holzfällers. Hänsel soll gemästet und verspeist werden, und Gretel droht anschließend das gleiche Schicksal. Doch die cleveren Kinder können sich durch eigene Kraft gegen die böse Alte wehren, verbrennen diese und kehren schließlich, die Taschen voll mit Edelsteinen, heim zum inzwischen verwitweten Holzfäller.
Das Märchen ist bei genauerer Betrachtung frei für jede Art von Interpretation. Die Frauen darin spielen eine ziemlich jämmerliche Rolle: die eine, die nicht die Mutter der Kinder ist, schickt diese, um das eigene Überleben zu sichern, in den Tod. Die andere will sie gar selbst kochen und verspeisen. Der Vater der Kinder hat zwar ein schlechtes Gefühl dabei, gehorcht seiner Frau jedoch. Am Ende straft die Gerechtigkeit die beiden Frauen. Die Kinder setzen sich mit List und auch Tücke gegen ihren Untergang zur Wehr und gewinnen schließlich mehr als nur das Überleben. Es gibt weiters eine Unterteilung zwischen Jung und Alt: Die Alten sind alle bereit, die Jungen für ihr eigenes Überleben zu opfern. Die Kinder sind die Guten, die dem Vater verzeihen und sich gegen die Alten durchsetzen. Ein Märchen, das den Weg des Erwachsenwerdens beschreibt.

Die Arbeit besteht aus acht Pigmentdrucken auf Leinwand, Größe 50x50 cm. Sie war erstmals in der Galerie
delta35, (Berlin, Deutschland) und anschließend im foto-forum (Bozen, Italien) zu sehen. Die Ausstellung wurde in Berlin durch ein Wandmosaik der Grösse von ca. 4mx4m ergänzt.